Harz
Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge und fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Schon in Goethes "Faust" spielte er eine große Rolle und Heine schrieb im Jahr 1824 seine "Harzreise". Zu Fuß wanderte er von Göttingen quer durch den Harz bis nach Jena. Der Bericht dieser Wanderung mit seinen beeindruckenden Naturbeschreibungen ging in die Literaturgeschichte ein.
Kein anderes Mittelgebirge hat so viele verschiedene Gesichter wie der Harz: Wälder, Felsschluchten, Moore, Höhlen, hohe Berge und sanfte Hügel. In dieser einmaligen Natur findet der Besucher seltene Tiere und Pflanzen wie Wildkatze, Auerhahn oder Eisvogel.
Ebenso selten, ist die Tatsache, dass der sagenumwobene Brocken, der mit 1142 Metern der höchste Berg des Harzes ist, eine natürliche Waldgrenze besitzt. Auf dem Brocken herrscht das gesamte Jahr ein raues Klima und so wachsen dort vorwiegend Pflanzen, die sonst eher in alpinen Regionen zuhause sind. Auf dem Gipfel befindet sich der Brockengarten mit 1.600 Gebirgspflanzen aus aller Welt.
In Deutschland gibt es 15 Nationalparks: Zwei davon befinden sich im Harz. Man unterscheidet den Nationalpark Harz mit einer Fläche von 15.800 Hektar und den Nationalpark Hochharz mit einer Fläche von 8.970 Hektar.
Seine erste Blütezeit erlebte der Harz am Ende des 9. Jahrhunderts als hohe Vorkommen an wertvollen Erzen in dieser Gegend gefunden wurden. Von diesem Reichtum zeugen noch heute Fachwerkhäuser, Städte, Schlösser, Burgen, Kaiserpfalzen und sakrale Bauten. So zum Beispiel in Wernigerode: Wunderschöne, bunte Fachwerkhäuser, der Marktplatz mit einem der bekanntesten Rathäuser Deutschlands und das Schloss hoch über der Stadt sind eine Augenweide.
Über 1000 Jahre Bergbau haben den Harz geprägt. Der Besucher kann dies noch heute hautnah erleben. Wir empfehlen den Besuch eines Erlebnisbergwerkes, z.B. "Drei Kronen & Ehrt". Es liegt in Elbingerode und wurde zur Bewahrung der bergmännischen Tradition eingerichtet.
Ein weiteres Bergwerk und nach Expertenmeinungen das Schönste ist das Schaubergwerk "Büchenberg". Hier findet man einen für Mitteleuropa einmaligen geologischen Aufschluss des Erzlagers, der den Besucher durch sein Farbspiel von Erz und Nebengestein fasziniert. Fachleuten erschließt sich an dieser Stelle die gesamte Entstehungsgeschichte der Lagerstätte.
Wer gern noch mehr untertage erleben möchte, kann eine der bizarren Tropfsteinhöhlen besichtigen. Wie wäre es mit einem Besuch der beiden Rübeländer Tropfsteinhöhlen? Die Baumannshöhle und die Hermannshöhle ziehen jährlich 300.000 Besucher aus der ganzen Welt an. In Jahrmillionen haben sich hier durch Kalkablagerungen riesige Tropfsteine gebildet. Die Höhlen stehen als geologisches Naturdenkmal unter staatlichem Naturschutz.
Wer es lieber etwas romantischer mag, sollte eine Fahrt mit einem der nostalgischen Dampfzüge der Harzer Schmalspurbahnen unternehmen. So gelangen müde Wanderer sogar bis auf den Brocken.
Im Winter verwandelt sich der Harz in ein Wintermärchen: Über 500 Kilometer gespurte Langlaufloipen führen durch viele Teile des Harzes. Braunlage, Hahnenklee-Bockswiese, Hohegeiß und St. Andreasberg haben sich als Wintersportorte längst etabliert.
Wer eine Reise in den Harz plant, findet alles Wissenswerte auf folgenden Internetseiten:
http://www.harzinfo.de oder http://www.nationalpark-hochharz.de oder http://www.nationalpark-harz.de.
Wussten Sie?
Wussten Sie, dass die Harz-Städte Quedlinburg und Goslar auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen? Quedlinburg wurde im Jahr 1994 mit seiner Altstadt, dem Burgberg, St. Wiperti und dem Münzenberg aufgenommen. Goslar mit seiner Altstadt und dem Erzbergwerk "Rammelsberg" steht schon zwei Jahre länger auf der Liste.