Silberstraße
Die Silbererzlagerstätten des Erzgebirges machten Sachsen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zum reichsten Land. In der sächsischen Kulturlandschaft lebt dieser Glanz bis heute fort. Die Pflege bergbaulicher Traditionen zieht jährlich Tausende Touristen an.
1993 fanden sich Kommunen und Gewerbetreibende zusammen und gründeten den Verein Ferienstraße Silberstraße e.V. Dessen Ziel ist, die Traditionen und Sehenswürdigkeiten dieser Region allen Interessierten zugänglich zu machen. Heute kann der Besucher auf den Spuren des Silbererzbergbaus wandeln und die historische sowie die wirtschaftliche Entwicklung nachvollziehen. Die Silberstraße durchzieht Sachsen wie ein silbernes Band von Westen, über das Erzgebirge bis in die Landeshauptstadt Dresden. Sie verbindet Städte wie Zwickau, Schneeberg, Aue, Schwarzenberg, Annaberg-Buchholz und Freiberg. Die Einfahrt in Schaubergwerke vermittelt einen Eindruck über die technischen Fähigkeiten früherer Generationen einerseits und der schweren Arbeit der Bergleute andererseits.
Einige touristisch besonders wertvolle Orte mit ihren Bergbaudenkmälern entlang der Silberstraße möchten wir Ihnen hier vorstellen:
Der Lehrpfad zum Zwickauer Steinkohlebergbau führt Sie von der ältesten Brücke Zwickaus – dem Röhrensteg - zu den ehemaligen Förderstätten.
In Schneeberg kann der Besucher Bergbau pur erleben: Schurfe, Schächte, Halden, Huthäuser und Mundlöcher sind hier zu sehen.
In Aue können Sie entlang des Bergbaulehrpfades am Heidelsberg spazieren, wo einst in über 200 Gruben Zinnerz gefördert wurde. Anhand von Schau- und Informationstafeln und Altbergbauobjekten erfährt der Interessierte Wissenswertes über das Bergbaugeschehen. Außerdem sind in Aue der "Vestenburger" oder "Irrgänger Stolln" sowie die "Weiße Erdenzeche" einen Abstecher wert.
In Schwarzenberg können Sie gleich zwei Bergbauliche Rundwanderungen unternehmen. Die Rundwanderung "Fröbesteig" verfolgt über neun Kilometer die Spuren des historischen Bergbaus. Schautafeln erklären alles, was man zum Altbergbau wissen muss. Start- und Zielpunkt ist das Rittergut Sachsenfeld.
Die Rundwanderung "Baumannsgraben" erstreckt sich über 18 Kilometer mit dem Start- und Zielpunkt Gesteinsgarten Heide. Der Weg führt entlang des historischen Kunstgrabens in Richtung Morgenleithe. Auch hier erklären Schautafeln bergbauliche Sehenswürdigkeiten.
Annaberg-Buchholz war das Zentrum des obererzgebirgischen Silberbergbaus. Später wurden durch die SDAG Wismut Uranerzvorkommen abgebaut. Dem Besucher empfehlen wir den Besuch des Besucherbergwerkes "Im Gößner". Hier können Sie 110 Meter in die Tiefe fahren und die in ursprünglicher Form erhaltenen Erzgänge und Stollen sowie Stalaktit- und Sinterbildungen bestaunen.
Zeugnisse des Silber- und Kobaltbergbaus sowie des Uranerzbergbaus gibt es im Besucherbergwerk ,"Markus-Röhling-Stolln". Die Grubenbahn bringt den Besucher 600 Meter tief in den Stollen, wo er sich unter anderem das neun Meter hohe, originalgetreu nachgebaute und voll funktionsfähige Kunstrad ansehen kann.
Ein drittes, in seiner Ursprünglichkeit erhaltenes, Erlebnisbergwerk ist der ,"Dorothea-Stolln". Mittelalterliche Stollen- und Gangsysteme, Maschinenschachtanlagen, Ziegel- und Bruchsteinausmauerungen sowie wassertechnische Anlagen warten hier auf den Besucher.
Im Osten von Freiberg erstrecken sich die Haldenzüge des Lehr- und Besucherbergwerkes "Reiche Zeche". Hier wurde noch bis 1969 Bergbau betrieben. Ebenfalls in Freiberg befindet sich die einzige vollständig erhaltene Anlage Sachsens: der Schacht "Alte Elisabeth". Ihre Anlagen sind ein Juwel der Technikgeschichte.
Details zur Ferienstraße Silberstraße erfahren Sie unter http://www.silberstrasse.de.
Wussten Sie?
Wussten Sie, dass am Heidelsberg in Aue das weiße Porzellan seinen Ursprung hat? Im Jahre 1698 stießen Bergleute hier auf Kaolin, auf dessen Grundlage es J.F. Böttger gelang, weißes Porzellan herzustellen. In den darauf folgenden Jahren belieferte die "Weiße Erdenzeche" ausschließlich die Porzellanmanufaktur zu Meißen mit Kaolin.